Reinhören: Schafe, Bowling, Bogenschießen – Die Geschichte des englischen Rasens

Gras ist der Lieblingsgeruch des Engländers, hat eine Umfrage kürzlich ergeben. Wie? Alles Hippies hier? Nein, es geht um den Geruch von frisch gemähtem Gras. Den empfinde ich ebenfalls als sehr angenehm, vor allem, wenn ich nicht zu seiner Entstehung beigetragen habe. Bin ich froh, dass ich den Rasen hinter unserem Haus nicht mähen muss! Damit gehöre ich zu den ziemlich genau 50 Prozent der Inselbevölkerung, die Rasenmähen hasst (während es die anderen 50 Prozent lieben). Der vierzehntägige Beschnitt des Grüns ist mir per Mietvertrag aus der Hand genommen, worum ich sehr dankbar bin.

Wiewohl ich nicht genau weiß, warum ich nicht Hand anlegen soll. Die Furcht des Vermieters vor durch unsachgemäße Behandlung verursachte irreparable Schäden an seinem ansonsten makellosen englischen Rasen kann es nicht sein, denn was sich in unserem grünen Geviert präsentiert, ist eher ein Flickenteppich aus Moos, Klee, kahlen Stellen und einzelnen Grasbüscheln. Da wiederum sind wir nicht allein, wie ich mir von Gras-Experten habe bestätigen lassen: Die meisten Grünflächen im Königreich können den an sie herangetragenen Erwartungen an einen klassischen englischen Rasen nicht annähernd genügen.

Dabei ist doch der Rasen „the carpet for the room outside“, also der Wohnzimmerteppich für den Garten! So entrüstete sich jedenfalls Mike Seaton, der einen Abschluss in Turf Engineering besitzt und einen Blog zur Rasenpflege betreibt. Im Rasen steckt eine ganze Menge mehr als man gemeinhin wahrhaben möchte, sagt er.

So etwas dachten sich wohl auch die Kollegen von Deutschlandradio Wissen angesichts des arg strapazierten Rasens der Spielstätten bei der Fußball-EM und riefen eine ganzen Tag zum Radio-Rasen-Tag aus (nein, keine 24 Stunden O-Ton vom wachsenden Gras). Und es gefiel der Redaktion, auch ein Stück über die Geschichte des englischen Rasens ins Programm zu heben, welches ich das Vergnügen hatte, akustisch umzusetzen. Darin findet sich auch Aufklärung darüber, was Schafe, Bowling und Bogenschießen mit dem perfekt manikürten Gras zu tun haben, und warum man sich in Wimbledon Gedanken über die Zahl der Rasenstreifen macht.

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