Wort der Woche: Text me!

„No need to write an e-mail, just text me!“, ruft mir die Museums-Kuratorin hinterher, bei der Verabschiedung nach dem Interview. So, wie der englische Muttersprachler phoniert („phone me!“), so textet er auch, vorzugsweise mit seinem Smart Phone, und das seit genau 20 Jahren:

Am 3. Dezember 1992 versandte ein Mitarbeiter von Vodafone von seinem PC aus den ersten 160-Zeichen-Text, und zwar an einen Kollegen, der die Nachricht mit einem handelsüblichen Mobiltelefon der Marke Orbitel empfing, das auf den schönen Namen TPU 901 D hörte, und in voller Pracht und Eleganz nebenstehend abgebildet ist. Die Nachricht lautete:

Merry Christmas

Ob die Vodafone-Techniker bereits weihnachtlich gestimmt waren, oder mit einer deutlich längeren Übertragungszeit rechneten, ist nicht überliefert.

In der aufkommenden Mobilfunk-Euphorie wurde der Nachrichtendienst bald mit angeboten, doch bis sich der Short Messaging Service in der Breite durchsetzte, brauchte es noch einige Jahre – und Mobilfunkanbieter, die Jugendliche als Käuferschicht entdeckten, und ihnen Prepaid-Karten mit Frei-SMS anboten – schon brummte der Laden. Die Zahl der täglich gesendeten Texte steigt seitdem immer weiter in Richtung Dagobert Duck’scher Fantastillionen, während die Menge darin übertragenen Sinns gleichermaßen stagniert. Die Abkürzung SMS jedoch hat sich hierzulande nie richtig durchgesetzt. Erinnert ja auch eher an den Bereich der Seenot-Rettung.

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