Codename: Amber, oder das Geheimnis des Bernsteinzimmers

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Alle Fotos dieses Artikels (c) 2013 Martin Herzog

Wenn das die Kanzlerin wüsste! Vom Koalitionspartner verlassen, vom großen Freund abgehört, und jetzt auch noch als Werbeträger vereinnahmt. Und das nicht an irgendeinem verschlafenen Ostseebad, sondern mitten in London unweit der noblen Bond Street, wo Chanel, Tiffanie’s und Dior Tür an Tür um die Gunst des globalen Geldadels buhlen.

Der kleine Laden für Bernstein-Schmuck wirbt nicht nur mit dem Konterfei der Merkelin, sondern verknüpft ihr Bild auch noch mit Schönheit und Macht: Nix Hätte, hätte, Deutschlandkette wie im Wahlkampf. Nein, The Beauty and the Power steht da (na gut, of Amber steht da auch noch, aber immerhin).

IMG_2399Schönheit liegt im Auge des Betrachters, sagt man. Aber wie auch immer man zum äußeren Erscheinungsbild des Gesamtkunstwerkes Angela Merkel steht – offenbar verspricht sich der Besitzer dieses Ladens eine umsatzsteigernde Wirkung vom Aufsteller vor seiner Tür.

Ist das möglich? Werden wir die Ritterin der Raute demnächst über die Laufstege der Modewelt schweben sehen? Mannequin Merkel on the Catwalk. Nach Claudia Schiffer und Heidi Klum das dritte deutsche Supermodel?

Aber halt! Sagte ich gerade Bond Street? Könnte alles vielleicht nur Kulisse sein, der unscheinbare Verkaufsraum gar der spärlich verhängte Zutritt zu einer anderen, geheimen Welt? Öffnen sich dem Eingeweihten hinter der Schmuckauslage auf ein Codewort hin („Can I interest you in some beautiful necklaces, Madam?“ – „Sorry, but I am rather looking for Amber“) doppelte Wände und krächzend verschiebt sich der Tresen, um darunter Treppenstufen freizugeben, die nach unten führen, hinab in das Bernsteinzimmer, das nie wirklich verschollen war, sondern vor langer Zeit schon hierher gebracht wurde, und nun das europäische NSA-Hauptquartier beherbergt, wo dutzende geschulte Mitarbeiter  den Telefongesprächen der Kanzlerin lauschen und die Kurznachrichten der mächtigsten Frau der Welt übersetzen, um sie gleich weiterzuleiten an das Weiße Haus?

So wird’s sein, so muss es sein. Denn ganz ehrlich: Wie wahrscheinlich ist es, dass ein Londoner Ladenbesitzer aufrichtig glaubt, mit Model Merkel Geld zu machen? Nein, das glaubt nun wirklich niemand.

Ein Gedanke zu „Codename: Amber, oder das Geheimnis des Bernsteinzimmers

  1. Angie, die Werbe-Ikone! Vielleicht sehen wir bald auch vor Liberty oder vor Harvey Nichols ein Merkel-Plakat: The Beauty & the Power of Pantsuits. Was würde Vivienne Westwood dazu sagen?

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