Bücher über London…

…gibt es so viele wie Doppeldecker-Busse mittags am Trafalgar Square. Die folgende Übersicht von Titeln abseits der üblichen Reiseführer ist weit entfernt von irgendeinem repräsentativen Querschnitt. Aber immerhin habe ich alle Werke gelesen (oder zumindest zum größten Teil, hüstel), und für gut befunden – welche Aussagekraft das auch immer haben mag. Dabei folgt die Auswahl dem erweiterten London-Begriff, und der lautet: London ist alles, was mit London zu tun hat. Eine Tautologie? Aber selbstverständlich!

Kate Fox: Watching the English

Wo ist jetzt dieses Buch schon wieder? Ich möchte es doch preisen, zitierend loben, nimmermüde ehren des Tags und auch bei Nacht! Vermutlich habe ich es mal wieder verliehen. Im Moment dränge ich diese gedruckte Offenbarung jedem auf, der unvorsichtigerweise sein Interesse an dieser Insel und seinen Bewohnern kundtut. Ich behaupte mal: Für jeden zugezogenen Neu-Bürger Englands das unverzichtbare Handwerkszeug, um die bisweilen seltsamen Sitten der Eingeborenen auch nur ansatzweise zu verstehen. Man merkt vielleicht: Ich mag das Buch.

Kate Fox ist nicht nur ein distinguierte Anthropologin, die ihre Beobachtungsfähigkeit schon als Kind und Jugendliche geschärft hat, indem sie Natur-Völker wie Franzosen und Iren aus nächster Nähe erlebt hat, um schließlich mit jenem Maß an Entfremdung heimzukehren, das es ihr erlaubt, ihre eigenen Landsleute halb von innen, halb von außen zu betrachten.

Ihre Forschungs-Methode muss – zumindest für englische Maßstäbe – als rücksichtslos bezeichnet werden, gegenüber anderen wie sich selbst. In unbarmherzigen Testreihen pfuscht sie sich in Warteschlangen nach vorn und erträgt die tödlichen Blicke ihrer Landsleute. Sie schaut in der U-Bahn Menschen geradewegs in die Augen, einfach so – unerhört. Das Buch ist voll von solch suizidalen Selbstversuchen.

Darüber hinaus kann Kate Fox ihre präzisen Beobachtungen in ebenso präzise Worte fassen, und das mit mindestens genauso viel Humor wie Selbstironie („Was mache ich hier? Ich sollte mir wirklich ein Hobby suchen.“). Ihre Themen: Von der Verklemmtheit der Engländer im täglichen Umgang nicht nur zwischen den Geschlechtern, über die englische Klassengesellschaft, Trinkgeld, Handy-Regeln, und das Dauerthema Wetter, bis zum Epizentrum des englischen Gesellschaftslebens, dem Biotop Pub und dessen offenen und versteckten Regeln.

Über letzteres hat Fox sogar ein eigenes Buch geschrieben: Passport to the Pub: A guide to British pub etiquette, welches sie freundlicherweise auf der Internetseite ihres Instituts zum kostenlosen Download zu Verfügung stellt, wohingegen das allgemeinere Watching the English doch noch käuflich erworben werden muss – was aber niemanden an der Lektüre hindern sollte, nein, nicht hindern darf! Habe ich schon gesagt, dass ich das Buch mag? Um mit Frau Heidenreich zu sprechen: Lesen!

Fox, Kate: Watching the English – the hidden rules of English behaviour, Hodder&Stoughton 2005

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Brian Hoey: At Home with the Queen

Der Blick durch‘s Schlüsselloch interessiert mich ja so gar nicht! Und erst recht nicht, wenn es sich um königliche Schlüssellöcher handelt. At Home with the Queen habe ich mir auch tatsächlich zu Recherchezwecken zugelegt (echt jetzt!): Den ebenso angestaubten wie hoch komplizierten Aufbau des königlichen Haushaltes vom Master of the Household über die Palace Stewards bis zum Housemaid und Under-Butler tu ich mir nicht freiwillig rein. Spannend aber sind die Kapitel über den Umgang der Königlichen Familie untereinander und mit ihrer Dienerschaft – alles anonym natürlich, denn Vertraulichkeit ist die Kardinaltugend für alle, die in königlichen Diensten stehen.

So berichtet ein königlicher Lakai, der lieber anonym bleiben will, vom Verhältnis von Elizabeth II. zu ihren Kindern: “Prinz Andrew sagte dann zu mir: ´Ich möchte die Queen sehen´,´würden Sie wohl herausfinden, ob sie Zeit hat?´ – Also rief ich den Pagen Ihrer Majestät an, und wenn es convenierte, eine Zeit ausmachen. Es stand außer Frage für ihn, oder irgend ein anderes ihrer Kinder, einfach den Kopf zur Tür herein zu stecken und ´Hallo´ zu sagen. Und sie mussten sich auch anständig anziehen, bevor sie ihre Eltern sahen, selbst wenn es nur für wenige Minuten war.“

Distanz hält die Königliche Familie auch zum Personal, das sich bisweilen fühlt wie ein Teil der Salonmöbel, wie ein Page erzählt: „Man weiß bei ihnen nie, woran man ist. Am besten hält man die Beziehung von der eigenen Seite so formal wie möglich. Sie lassen Dich niemals vergessen, dass Du nur ein Diener bist. Und wo sonst würde jemand wie Prince Edward darauf bestehen, dass sein Privatsekretär niemals mit aufgeknöpften Rock den Raum betritt? Das ist bei ihnen einfach drin.“

Wer darüber hinaus auch noch wissen will, wie die königliche Bankett-Tafel gewienert wird, warum im Buckingham Palace morgens erst ab 8 Uhr gesaugt werden darf, und dann auch nur rückwärts, warum die Queen keine Bartträger um sich duldet (eine Unverschämtheit!), wer ihre alten Kleider auftragen darf, und welche arme Sau jeden Morgen die königlichen Corgis spazieren führen muss, für den ist dieses Buch genau das Richtige. Viele Fakten und und 1001 Anekdote. Sehr unterhaltsam.

Hoey, Brian: At Home with the Queen -Life through the keyhole of the royal household, HarperCollins, London 2002

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Tom Quinn: London‘s Strangest Tales

Ein Buch, das Antworten auf nie gestellte Fragen gibt – wunderbar! Wer würde nicht wissen wollen, welcher Poet sich in Westminster-Abbey aufrecht beerdigen ließ, warum Harry-Potter-Autorin Rowling das Recht hat, mit gezogenem Schwert durch die City zu laufen, wo in London schottischer Grund und Boden zu finden ist, und warum es über Jahrhunderte einen kleinen Juwelier gab, der „The Silver Musetrap“ hieß? All diese drängenden Fragen beantwortet London‘s Strangest Tales, ein Buch mit hunderten skurrilen Geschichten aus den Palästen und Schabracken, Parks und Gossen, dem Prunk und dem Schmodder dieser Stadt. Diese Anekdotensammlung erzählt vielleicht mehr über das Leben in London quer durch die Jahrhunderte als dicklaibige Historienschwarten. Und wieder einmal wird klar: Früher war nicht alles besser, früher war nur alles – früher (Jochen Malmsheimer).

Dass es so viele Geschichten sind, die hier erzählt werden, hat den schönen Nebeneffekt, dass sie alle erfrischend kurz sind (manchmal sogar etwas arg kurz), so dass sich der Schmöker wunderbar als Klolektüre eignet (dafür ein extra Sternchen!). Mit 6,99 Pfund Sterling ist das Vergnügen auch noch kampfpreismäßig günstig.

Quinn, Tom: London‘s Strangest Tales – Extraordinary but true stories from over a thousand years of London‘s History, Portico Books, London 2006

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Rachel Howard & Bill Nash: Secret London

Weniger anekdotisch als London’s Strangest Tales, und dafür, dass der Untertitel der Buchreihe „Local guides by local people“ lautet, erstaunlich humorfrei verfasst – angesichts seiner zum Teil doch sehr skurrilen Betrachtungsgegenstände wie ausgestopfte Philosophen und diverse Richtplätze wie das Execution Dock in Wapping.

Entschädigt wird man dafür mit genauen Karten, Adressen, Telefonnummern und Internet-Seiten für all jene Touristen (und Heimischen), die sich auf die Schnitzeljagd nach den skurrilsten Ecken Londons machen wollen – und davon gibt’s einige: aufgeteilt nach Stadtgebieten und versehen mit Fotos und Hinweisen, kann man Secret London tatsächlich als Stadtführer abseits der ausgetretenen Touri-Pfade nutzen, und nebenbei eine Menge über die Geschichte der Stadt lernen.

So findet man zielsicher zu John Snows Cholera Pumpe in Soho (die der gleichnamige Mediziner 1854 installieren ließ, um der grassierenden Seuche zu begegnen), zum Watts-Memorial in der Nähe von St. Paul (das dieser errichtete, um all jenen sonst vergessenen Helden zu gedenken, die ihr Leben ließen, um andere aus der Not zu retten), Dr. Johnsons House (der von allen Londoner innigst verehrt wird für den Ausruf: „You find no man, at all intellectual, who is willing to leave London. No Sir, if a man is tired of London, he is tired of life!“), oder die Henkersglocke in der Kirche mit dem seltsamen Namen St-Sepulchre-without-Newgate, welche bis weit ins 19. Jahrhundert den Unglückseligen ihr letztes Stündlein läutete.

Für knapp 11 Pfund (Stand 2012) kauft man eine Fundgrube von kleinen und größeren Ausflugszielen, die sich durch die geografische Zusammenfassung gut miteinander verbinden lassen.

Howard, Rachel / Nash, Bill: Secret London – an unusual guide, Jonglez, Tours 2011

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Gerhard Elfers: 111 Gründe London zu lieben

„Ist er verliebt?“ …würde Obelix fragen, und Teefix (Asterix‘ Vetter von der Insel) würde antworten: „Er ist. Ist er nicht?“ – Ja, doch, er ist.

Beim Objekt seiner Anbetung handelt es sich um jenes Gewürge aus Straßen und Gossen, Hütten und Palästen, Menschen und Ratten, guter Tradition und schlechtem Bier, das gemeinhin als London subsummiert wird. Herr Elfers ist so sehr verliebt in diese Stadt, dass er 111 Miniaturen darüber verfasst hat, 111 Gründe, diese Stadt zu lieben.

Nun weiß man, dass der Zustand des Verliebtseins zuverlässig die Sinne trübt, zuvorderst den Sehsinn natürlich, welcher den geliebten Gegenstand rosa tüncht und alles Unvorteilhafte gnädig übermalt: Die krumme Nase hat plötzlich Charakter, nachlässige Kleidung deutet auf Lockerheit, flegelhaftes Benehmen wird ursprünglich und natürlich, der Hang zum Kitsch romantisch. Äußerungen von solcherart bebrillten Mitmenschen werden gern, und meist zu Recht, mit einem Warnschild behängt: Achtung! Volle Deckung, trotteliger Träumer im Anmarsch!

Den typischen Londoner Regen zum Beispiel zeichnet London-Lover Elfers bisweilen schmerzhaft weich, wenn er ihn als unvergleichlich reizvoll beschreibt. Dabei weiß jeder, der vom Londoner „horizontal drizzle“ beglückt wurde, dass der genauso nass ist wie überall auf der Welt. Und die Aussicht aus dem Waggon auf die U-Bahn-Stationen malt er kunterbunt in allen erhältlichen Farben der Londoner Bahnlinien. Sicher, da gibt es die eine oder andere interessante Wandmalerei zu bestaunen, aber an den meisten Haltestellen ist und bleibt der Londoner Underground betongrau und sanierungsbedürftig – mit Stadtromantik hat das wenig zu tun.

In der Regel ist so etwas nur schwer erträglich, in diesem Fall aber höchst vergnüglich. Denn natürlich weiß unser Romeo selbst, dass man für jeden einzelnen Grund, London zu lieben, mindestens einen aufzählen kann, es zu hassen. Dazu einen, es zu verachten. Noch einen, es zu meiden, einen… – Seine Haltung aber ist das milde „Trotzdem“ des Verliebten, der an seiner Angebeteten festhält, selbst wenn alle Welt darüber den Kopf schüttelt. Und das macht Spaß zu lesen.

Da geht es um Londoner Straßenmusiker, die hier auf ihren Durchbruch hoffen; um die quirlige Clubszene mit ihren halb-verruchten Hinterzimmer-Bars á la Speakeasy aus der Prohibitionszeit; um das Elend mit den Deutschen in der U-Bahn; das fatalistische Schulterzucken der Londoner, wenn nach einem mäßigen Wintereinbruch mal wieder nichts mehr geht; um günstige Karten für hochkarätige Klassikkonzerte; um das selbstmörderische Ansinnen, sich hier mit per Fahrrad bewegen zu wollen, oder um die vielen sympatischen kleinen Privatmuseen, wie das Cinema-Museum auf der Southbank.

Die Geschichten – teils Reportage, teils Mini-Essay, teils alternativer Stadtführer – sind mit dem Herzblut desjenigen geschrieben, der lange genug in dieser Kultur gelebt hat, um zu wissen, dass eine Liebeserklärung nicht ungenießbar Wolke-7-mäßig zuckrig ausfallen muss (der Engländer sitzt übrigens zwei Nummern weiter: Cloud 9 heißt das hier), sondern ordentlich Ironie, Sarkasmus und trockenen Humor vertragen kann.

Und anders als bei so manchem Schmalspur-Stadtführer, der auf dem Umschlag in dicken Lettern damit wirbt, sind es tatsächlich Geheimtipps, die Elfers zu bieten hat, und von denen die Eingeborenen oft auch noch nichts gehört haben dürften. Elfers Gründe, London zu lieben, sind ziemlich gute Gründe. Das Buch wird sicherlich aus London-Hassern (doch, doch, die gibt es) keine London-Fans machen, aber dazu ist es auch nicht gedacht.

Übrigens: Für alle, die von der Liebe nicht genug bekommen können, existiert zum Buch auch eine Facebook-Seite.

Elfers, Gerhard: 111 Gründe London zu lieben – eine Liebeserklärung an die großartigste Stadt der Welt, Schwarzkopf&Schwarzkopf 2012

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Bill Bryson: Reif für die Insel

bill_bryson_notes_from_a_small_islandWie heißt diese Rubrik? Bücher über… genau: London ist nicht England und England ist nicht London, schon klar. Bill Brysons Bestseller aus dem Jahr 1993 spielt nur kurz in der Hauptstadt, um sich dann dem Streifzug durch die Grafschaften und Küstenstreifen zu widmen, durch die Industriestädte und Naturwanderwege, die architektonischen Großtaten und Scheußlichkeiten,  die diese Insel zu dem machen, was man das Vereinigte Königreich zu nennen pflegt.

Aber allein die beiden kurzen Kapitel, die Bryson der Hauptstadt widmet, stecken voll kleiner Beobachtungen und großer Wahrheiten, aus denen andere Autoren eine ganze London-Reihe machen würden. Das beginnt mit der Erkenntnis, dass, gleich, wie lange man hier lebt, immer wieder neue, nie gehörte Namen von Stadtvierteln und Straßen auftauchen; kommt zu der Einsicht, dass Londoner Taxifahrer – bei all ihren zu rühmenden Qualitäten – allesamt nicht in der Lage sind, mehr als 200 Meter geradeaus zu fahren; und gipfelt im Lobgesang auf den Londoner U-Bahnplan mit seiner eigenwilligen, von aller oberirdischen Geografie losgelösten Schönheit. Zur Illustration empfiehlt Bryson einen kleinen, boshaften Zeitvertreib, geeignet für Besucher aus, sagen wir, Neufundland oder Lincolnshire:

Man gebe ihnen den Auftrag, von der Tube-Station Bank nach Mansion House zu gelangen. Der Tube-Map folgend werden sie die Central Line bis Liverpool Street nehmen, dort in die Circle Line umsteigen, und nach fünf Stationen in Mansion House ankommen.  Wenn sie dort ans Tageslicht steigen, werden sie feststellen, dass sie sich auf der gleichen Straße befinden wie die Abfahrtsstation, nur 60 Meter weiter. Man selbst hat in der Zwischenzeit Gelegenheit gehabt, ein ausgiebiges Frühstück zu sich zu nehmen und den Wochenend-Einkauf zu erledigen.

Auch das Kapitel über seine Zeit bei der Londoner Times ist höchst unterhaltsam, als es in den Redaktionsstuben noch angemessen gemächlich zuging, Gin des Redakteurs bester Freund war, und man sich die übersichtlich bemessene Arbeitszeit mit der Frage vertrieb, was all die anderen Leute im Büro eigentlich so machen den ganzen Tag. Kein Wunder, dass es zu kaum für möglich gehaltenen Verwerfungen führte, als der ebenso kurzbeinige wie sonnen-gegerbte Australier Rupert Murdoch das Traditionsblatt übernahm.

Von London aus führt Brysons Trip durch das gesamte Königreich, kurz nur mit dem Auto, ansonsten per Bahn (ein Abenteuer für sich) und per pedes, ausgerüstet mit Rucksack (ich stolpere immer noch über dieses deutsche Wort im englischen Sprachschatz: Racksäck) und einer OS Map. OS steht dabei nicht für Operating System und auch nicht für On Screen, sondern für Ordnance Survey. Es handelt sich also um eine Landvermessungskarte, die in aller Regel im Maßstab 1:25000 geliefert werden, was bedeutet, dass sich jeder Maulwurfshügel und jeder Schrebergarten darauf verzeichnet findet.

Brysons Reisereport ist nicht ganz so kleinteilig wie sein Kartenmaterial, seinen Skizzenbleistift aber hat er gut gespitzt. Und so genügen dem Amerikaner meist wenige präzise Striche, um Engländer, Waliser und Schotten samt ihrer Behausungen, Eigenheiten und Schnurren zu porträtieren.

English: Bill Bryson in 2005. Bill Bryson Amer...Dass Bill Bryson ein scharfer Beobachter ist, weiß man spätestens seit diesem Buch. Berühmt geworden durch Reisereportagen wie Streiflichter aus Amerika gibt es von ihm inzwischen Abhandlungen über Shakespeare im Besonderen ebenso wie die Englische Sprache im Allgemeinen (Mother Tongue), die Geschichte des Wohnens (At Home) oder gleich das ganze Universum (Eine kurze Geschichte von fast allem)  – sämtliche gleichermaßen lesenswert wie unterhaltsam.

Dass der Wahl-Engländer aber auch seherische Fähigkeiten hat, ist mir erst bei der Lektüre von Notes from a small Island klar geworden. So lässt er sich in Kapitel 12 über Oxford aus, das hier stellvertretend für die typisch englische Bildungs-Besessenheit steht. Nachdem er der 800-jährigen Tradition der Universität seinen tiefsten Respekt bezeugt hat, stellt er die Frage, ob diese Besessenheit nicht ein wenig deplatziert sei im modernen England mit seinen drei Millionen Arbeitslosen. Zu Illustration berichtet er von der Meldung in den Abendnachrichten, in denen ein Sprecher freudig verkündet, dass der Konzern Samsung  800 Arbeitsplätze in England schafft:

“It seems to me – and I offer this observation in a spirit of friendship – that when a nation’s industrial prowess has plunged so low that it is reliant on Korean firms for its future economic security , then perhaps it is time to readress one’s educational priorities and maybe give a little thought to what’s going to put some food on the table in about 2010.”

Eine schöne Analyse, die man in dieser oder ähnlicher Form in den hiesigen Gazetten lesen kann. Nur, das Buch ist eben von 1993!

Ehrendoktor und Universitätskanzler war er schon. Die Forderung kann deshalb nur lauten: Bill Bryson for Govenor of the Bank of England!

Bill Bryson: Notes from a small Island, Black Swan Books 1993, deutsch: Reif für die Insel

5 Gedanken zu „Bücher über London…

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